Feind/-in oder Freund/-in? Geschlechtshomogene Gruppen

Mit dieser Übung soll deutlich werden, wie Gefühle und Körperhaltungen von Erwartungen beeinflusst werden. Wichtig sind dabei auch die Zusammenhänge zwischen Gefühl und Haltung.

Alle suchen sich einen Platz im Raum (ggf. Schuhe ausziehen) und schließen die Augen.

Du kannst folgenden Text als Anleitung verwenden:

„Bei dieser Übung geht es darum, zu erkennen, wie dich deine Erwartungen körperlich beeinflussen. Achte auch auf Zusammenhänge zwischen deiner Körperhaltung und deinem Gefühl.

Schließe die Augen und gehe langsam und schweigend durch den Raum … (15 Sekunden).

Stelle dir nun vor, dass alle Anderen deine Feinde/-innen sind. Versuche, Berührungen unbedingt zu vermeiden.
Falls du doch an jemanden stößt, suche sofort das Weite …
Spüre, wie sich dein Körper anfühlt. Welche Körperhaltung hast du? Wo bist du verspannt? Wie fühlst du dich? Gehe weiter so durch den Raum (2-3 Minuten).

Nun stelle dir vor, dass dir die Anderen gleichgültig sind. Wie die Wand. Wenn du jemanden berührst, macht
es nichts, es ist dir egal, du gehst weiter …

Achte darauf, wie sich dein Körper jetzt anfühlt, wie du dich fühlst (etwa 2-3 Minuten).
Jetzt stelle dir vor, dass alle anderen deine Freunde/-innen sind. Du freust dich, wenn du jemanden triffst. Du
begrüßt sie/ihn, zeigst ihr/ihm deine Freude. Du verabschiedest dich aber auch wieder … Wie fühlt sich dein
Bleibe nun stehen, recke und strecke dich und öffne wieder die Augen.“

In Kleingruppen Austausch über die gemachten Erfahrungen. Erinnere die Teilnehmer/-innen, dass sie auf deine Anweisung und damit auf eine Erwartung, ein Vorurteil reagiert haben. Sie haben in der Regel nicht auf die Erfahrung reagiert, dass ihr Gegenüber real ein/-e Freund/-in oder ein/-e Feind/-in ist.

Es können heftige Gefühle auftauchen.


Quelle
kja Würzburg, Methodenmappe Gruppenleiterschulungen (KLJB, kja, KJG) - Aus: BDKJ Mainz/BDKJ Limburg (Hg.): Tu was! Eine Praxismappe für die Jugendarbeit, Mainz 1997

Teilnehmerzahl

8–20 Teilnehmer/-innen

Dauer

1 bis 1 1/2 Stunden

Materialien

  • Ein genügend großer, leerer Raum
  • Verletzungsquellen beseitigen

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