Material
| Titel: | ...wie ein Baum | | Kurzbeschr./Ziel: | Frühschicht zum Symbol des Baumes, Sinnbild für Entwicklung und Wachstum | | Quelle: | Saatgut 6, fünf von sechs
(Frühschicht durchs Kirchenjahr)
BJA Regensburg | | Beschreibung: | Begrüßung
In den Mittelpunkt unserer Besinnung möchte ich heute einen Baum stellen.
Der Baum ist für die Menschen aller Völker ein Symbol für das Leben. Wir freuen uns an seiner Kraft, an seinem Wachstum, an seinen Blüten und Früchten. Der Baum kann auch ein Symbol für unser eigenes Leben werden. Und darüber wollen wir heute nachdenken. Ihr habt dazu alle ein Bild von einem Baum bekommen, das wir betrachten und bedenken werden.
Bildbetrachtung:
Ich freue mich, dass du da bist, Baum. Du bist für mich ein Stück Leben. Deine Wurzeln haben sich ganz fest und tief in die Erde hineingegraben. Sie geben dir Kraft, damit du noch viel größer und wuchtiger wirst, als du es jetzt bist. Was für ein Baum bist du eigentlich? Man kann dich einen Über-lebens-Baum nennen. Denn du gibst nicht gleich auf. Du versuchst mit aller Kraft, die du hast, einen schönen Baum aus dir zu machen, auch wenn wir Menschen dir manchmal deine starken Äste absägen.
Du hast einen Stamm, an dem man sich anlehnen kann oder festhalten kann, ohne Angst zu haben, dass du jeden Moment umfällst. So schnell wird dich nichts umhauen. Man kann dich sehr gut mit einem Menschen vergleichen: Von außen siehst du groß und stark aus, aber innen hast du viele kleine, große, dicke und dünne Furchen, die man nicht so ohne weiteres ausradieren kann. Beim Menschen ist es genauso. Von außen sieht man sein Lächeln und seine Schönheit, aber innen ist er oft verbohrt und vermauert. Weißt du, wenn ich so bei dir stehe, ahne ich Kraft. Ich fühle mich wohl bei dir. Irgendwie sehe ich in dir einen festen Halt und eine gewisse Sicherheit. Du kannst auch sehr gut mein Vorbild sein. Denn wenn ich einmal deprimiert bin, möchte ich es genauso machen wie du: Einfach gerade stehen bleiben, nicht die Kraft verlieren, sondern Mut haben, um weiterleben zu können.
1. Der Baum braucht Nährstoffe wie der Mensch auch. Diese Nährstoffe geben dem Menschen Kraft und Mut für die Zukunft. Wir wollen uns die Frage stellen, woraus wir leben: Was gibt uns Ausdauer und Lebenskraft? Zunächst tun dies sicher auch eher äußerliche Dinge: Zum Beispiel Arbeit haben, Geld verdienen. Besonders wichtig aber sind für uns alle unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Wer gibt mir im Leben einen wesentlichen Halt? Tun dies meine Freunde, meine Familie – wer sind die Menschen, von denen ich mich mit all meinen Fehlern und Problemen angenommen weiß? Eine unerschöpfliche Quelle unseres Lebens kann der Glaube sein. Was bedeutet er für mich?
2. Der Baum hat Wurzeln, die verankert und verzweigt sind. Ich muss auch Wurzeln haben, um durchs Leben zu kommen. Wurzeln wachsen dahin, wo sie Nährstoffe finden, aus denen sie leben können. Erst wenn sie tief unten gut verankert sind, kann ich einen festen Stand bekommen. Ich frage mich, wie meine Wurzeln aussehen. Kann ich schon sicher in mir und zu mir stehen – oder werde ich beim ersten Windstoß umgeweht? Weiß ich schon, welche Ansichten ich vertreten möchte – oder bin ich noch unsicher und richte mein Fähnlein lieber erstmal nach dem Wind? Bin, ich von meinem Glauben überzeugt – oder bin ich auf der Suche und brauche noch Zeit, um meine Wurzeln wachsen zu lassen? Es gibt auch Menschen, die entwurzelt worden sind: Heimatlose, Flüchtlinge – aber auch solche, die ihren Glauben oder das Vertrauen zum Mitmenschen verloren haben. Gebe ich ihnen den Boden und die Zeit, die sie brauchen, um wieder Wurzeln schlagen zu können? Ich muss die Wurzeln des anderen genauso achten wie meine eigenen.
3. Beim Baum kann ich die Jahre an den Jahresringen zählen. Ich frage mich: Woran erkenne ich bei mir die Jahre? Was habe ich erlebt an Dingen, die mich geformt haben? Vielleicht sind es bittere Erfahrungen, die mich zutiefst verletzt haben, wo jemand mich nicht verstehen wollte oder wo jemand mich einfach enttäuscht hat. Vielleicht habe ich auch beglückende Erfahrungen gemacht, etwa eine Versöhnung, die zu einer dauerhaften Freundschaft führte. Welchen Jahresring, welche Etappe erlebe ich gerade? Ist es für mich eine gute oder eine schlechte Zeit? Wird sie meinen Stamm noch fester machen, mir Standhaftigkeit verleihen?
4. Der Baum bekommt mit den Jahren immer mehr Äste, wird immer größer und strebt zu dem, was er braucht: Wärme, Sonne. Ich überlege auch: Was will sich bei mir noch entfalten? Diese Frage muss ich mir immer wieder stellen, denn so wie der Baum sich je nach Jahreszeit verändert und auch immer weiterwächst, so kann auch ich mich noch verändern und an mir arbeiten. Vielleicht muss ich dabei einen kalten Winter aushalten, eine Zeit, in der ich mich nicht gut fühle, aber ich darf auf neue Triebe, auf neue Blüten und Blätter hoffen, darauf, dass etwas Neues in mir aufblühen und Früchte tragen wird.
Lesungstext Jer 17,7-8
Im AT heißt es: Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt und dessen Hoffnung der Herr ist. Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, unablässig bringt er seine Früchte.
Fürbittgebet
Im Vertrauen und in der Hoffnung auf Jesus Christus, der Wurzel unseres Lebens wollen wir bitten:
Gib uns angesichts der sterbenden Wälder und der Katastrophe von Tschernobyl Kraft und Mut, auch unbequeme Wege zu gehen, um uns und unsere Umwelt zu schützen und zu erhalten. Wir bitten dich, erhöre uns!
Herr, ich bitte Dich, dass wir die Wärme und die Liebe, die wir von anderen Menschen empfangen, genauso weitergeben können, wie wir sie an uns erfahren haben.
Wir bitten Dich, erhöre uns.
Wir bitten für die Menschen, deren Schicksal uns an entwurzelte Bäume erinnert, für die Heimatlosen, die Flüchtlinge die Asylanten, vor allem für die in unserer Stadt: Lass sie in uns Christen Menschen finden, die sie aufnehmen; die ernst machen mit der Botschaft Jesu und die nicht nur sonntags in der Kirche darüber reden.
Wir bitten Dich, erhöre uns!
Herr, schenke allen Bäumen Sonne, Luft und Wasser, um leben zu können, und uns Menschen Friede, Geborgenheit und Liebe, damit wir miteinander in Frieden auskommen.
Wir bitten Dich, erhöre uns!
In diesem Sinne lass uns wachsen und stark werden. Wir stellen uns dazu unter deinen Segen:
Im Namen des Vaters... Was wir mit Familie verbinden Familie, das ist die Grundlage unseres Gesellschaftssystems. Wenn sie funktioniert, dann funktioniert alles andere auch.
Familie | ExpertInnen zu diesem Material anzeigen| Kommentare |
| | noch keine Kommentare vorhanden. |
|
|